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Die Rolle der Animation in der Wissenschaftskommunikation


Wie funktioniert der Biobanking-Prozess an der Medizinischen Universität in Graz? Mit dieser Frage (und der Suche nach der Antwort) wurden wir im Frühjahr dieses Jahres konfrontiert, und zugegeben: Bis dahin waren uns die Biobank und ihre Tätigkeiten kaum ein Begriff.

Im Zuge der Recherchen durften wir uns die Biobank und die damit verbundenen Institute vor Ort ansehen und interessante Gespräche mit ExpertInnen führen; bald hatten wir uns in die spannende Thematik eingearbeitet und definierten die wichtigsten Kernpunkte - es entstand eine gut verständliche, unterhaltsame Erkläranimation.
Im Zuge des Projektes machte ich mir auch Gedanken zu den Möglichkeiten der Animation als „Kommunikator“ zwischen Wissenschaft und Gesellschaft.

In vielen Fällen findet die Wissenschaft in Zusammenarbeit mit der Öffentlichkeit statt. So würde die Biobank und die daraus resultierenden Forschungsfortschritte ohne eine Partizipation der Bevölkerung in dieser Form nicht möglich sein.

Umso wichtiger ist es also, Informationen einfach und verständlich einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Es herrscht ein enormer Wissensdurst, und gleichzeitig steht uns durch die fortschreitende Digitalisierung eine Unmenge an Informationen zur Verfügung. Diese sind immer und überall verfügbar und werden schneller denn je konsumiert. Damit steigt auch die Tendenz, dass Menschen auf der Suche nach Erklärungen keine belegbaren Informationen vorfinden und so leichter von Fake News und Verschwörungstheorien erreicht werden.

Schnitte aus Gewebeproben werden im Labor untersucht

Abb. 1: Schnitte aus Gewebeproben werden im Labor untersucht

Daher hat der Austausch zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit eine enorme Bedeutung. Denn die Wissenschaft braucht das Vertrauen der Menschen. Dieses Vertrauen in die Wissenschaft schafft Akzeptanz und Anerkennung und ist eine wesentliche Voraussetzung für die Weiterentwicklung der Menschheit in Richtung einer offenen Gesellschaft.

Mit Antihistaminen werden Symptome bekämpft

Abb. 2: Mit Antihistaminen werden Symptome bekämpft

Es gibt so gut wie kein Thema, das nicht in Form einer Animation abgebildet und erklärt werden kann. Eine Erkläranimation stellt kurz und verständlich schwierige Themen und Prozesse dar. Es können auf einfache Art und Weise Vorgänge visualisiert werden, die das Verständnis fördern und komplexe Sachverhalte attraktiv in Szene setzen.

Dabei spielt auch das Storytelling, also eine gute Geschichte, eine wichtige Rolle: Dadurch werden die ZuseherInnen stärker und vor allem emotional engagiert. Eine qualitativ hochwertige Gestaltung hat dabei eine positive Auswirkung auf die Aufmerksamkeit und bleibt besser in Erinnerung.
Effektiv ist eine Animation dann, wenn die Information erfolgreich den BetrachterInnen weitergegeben und die Botschaft verstanden wird.

Eine Animation kann einen wesentlichen Teil zu dieser Kommunikation beitragen, in dem es als Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit fungiert und die Herausforderung meistert, komplexe Inhalte einfach und verständlich zugänglich macht. Wir finden, das ist uns mit der Animation über den Biobanking-Prozess der MedUni Graz sehr gut gelungen. Und hier der Film:

(Gernot Stefl)